Die CBAM Communication Template ist die kostenlose Excel-Vorlage der Europäischen Kommission, mit der deutsche Importeure 8 Kategorien an Emissionsdaten direkt bei ihren Zulieferern außerhalb der EU anfordern. Wer muss diese CBAM-Kommunikationsvorlage tatsächlich ausfüllen, und wo laden Unternehmen die aktuelle Fassung herunter? Dieser Leitfaden erklärt den Aufbau der Vorlage, den Ablauf der Datenanfrage bei Zulieferern und die konkrete Kostenersparnis gegenüber den amtlichen Standardwerten, inklusive einer kostenlosen Checkliste zum Download.
Was ist die CBAM Communication Template?
Die CBAM Communication Template ist ein standardisiertes Excel-Dokument, das die Europäische Kommission über das CBAM-Portal für Anlagenbetreiber (CBAM Operators Portal) kostenlos bereitstellt, damit Zulieferer außerhalb der EU ihre Produktions- und Emissionsdaten in dem Format liefern, das für die jährliche CBAM-Erklärung benötigt wird. Ein eigenständiger deutscher Titel existiert nicht: Die Kommission veröffentlicht das Dokument unter seinem englischen Namen, und die deutschsprachige CBAM-Kommunikationsvorlage übernimmt diesen Titel unverändert, ergänzt um deutsche Ausfüllhinweise für Zulieferer.
Wie unterscheidet sich die Vorlage von einer formlosen Anfrage per E-Mail? Weil die CBAM Communication Template ein festes Feldraster vorgibt, liefern alle Zulieferer ihre Daten im selben Format, unabhängig von Sitzland oder Sektor. Das reduziert Rückfragen und beschleunigt die spätere Prüfung durch einen akkreditierten Prüfer.
Wozu benötigen deutsche Importeure die CBAM Communication Template?
Deutsche Importeure benötigen die CBAM Communication Template, weil ohne verifizierte Herstellerdaten automatisch der teurere amtliche Standardwert der Kommission in die Berechnung einfließt. Die Vorlage liefert die Datengrundlage für die jährliche CBAM-Erklärung, mit der ein zugelassener CBAM-Anmelder erstmals bis zum 30.09.2027 die Einfuhren des Kalenderjahres 2026 meldet. Diese jährliche Meldepflicht, die CBAM-Berichtspflicht, verlangt lückenlose Emissionsdaten je Anlage und Produkt; welche Fristen und Inhalte dafür konkret gelten, erklärt der Leitfaden zur CBAM-Berichtspflicht im Detail.
Welche 8 Datenkategorien enthält die CBAM Communication Template?
Die CBAM Communication Template gliedert sich in 8 Datenkategorien, von der Anlagenidentifikation bis zum Prüfbericht des akkreditierten Prüfers. Die folgende Tabelle zeigt alle 8 Kategorien mit den jeweils erforderlichen Angaben und ihrem Geltungsbereich.
| Datenkategorie | Erforderliche Angaben | Gilt für |
|---|---|---|
| Anlagenidentifikation | Firmenname, Anschrift, UN/LOCODE, Koordinaten, Herstellungsverfahren (bei Stahl zusätzlich Stahlwerk-Kennnummer) | alle Sektoren |
| Produktionsmengen | Ausstoß in Tonnen, bei Strom in MWh | alle Sektoren |
| Spezifische direkte graue Emissionen | tCO2e pro Tonne, Berechnungsmethode, verwendete Emissionsfaktoren | alle Sektoren |
| Verweis auf den Überwachungsplan | Systemgrenzen, Messinstrumente, Datenquellen | alle Sektoren |
| Spezifische indirekte graue Emissionen | Stromverbrauch in MWh/t, Emissionsfaktor des Stromnetzes | nur Zement und Düngemittel |
| Daten zu Vorläuferstoffen | graue Emissionen jedes vorgelagerten Inputs | komplexe Waren, etwa Stahlrohre, Zement, Harnstoff |
| Gezahlter CO2-Preis | Name des Systems, Rechtsgrundlage, Nettopreis je tCO2e, erhaltene kostenlose Zuteilung | nur bei geltend gemachtem Art.-9-Abzug |
| Prüfbericht | Akkreditierungsstatus, Prüfurteil, festgestellte wesentliche Falschangaben | alle Uploads |
Nur 2 der 6 CBAM-Sektoren, Zement und Düngemittel, verlangen zusätzlich die fünfte Kategorie, die spezifischen indirekten grauen Emissionen aus dem Stromverbrauch der Anlage. Bei Stahl, Aluminium, Wasserstoff und Strom selbst zählt für die Zertifikatspflicht ausschließlich die direkte Emission der Produktion.
Wie werden die grauen Emissionen aus diesen Rohdaten konkret berechnet? Die spezifischen direkten grauen Emissionen ergeben sich aus Aktivitätsdaten wie Brennstoffverbrauch und Rohstoffeinsatz, multipliziert mit den jeweiligen Emissionsfaktoren der Anlage. Die vollständige Methodik zur Berechnung der grauen Emissionen legt sowohl die Standardmethode als auch die Massenbilanzmethode als zulässige Verfahren fest, und genau diese beiden Methoden fragt die Vorlage Spalte für Spalte ab.
Wie fordern deutsche Importeure die Vorlage bei Zulieferern an?
Deutsche Importeure fordern die CBAM Communication Template in 5 Schritten bei ihren Zulieferern an, von der ersten Anlagenidentifikation bis zur Übernahme der Werte in die eigene CBAM-Erklärung. Die folgenden 5 Schritte fassen diesen Ablauf zusammen.
- Zulieferer identifizieren, deren Produkte unter CBAM-pflichtige KN-Codes fallen, und deren Anlagen dem passenden Herstellungsverfahren zuordnen.
- Vorlage herunterladen und um installationsspezifische Felder ergänzen, insbesondere Anlagenname, UN/LOCODE und Herstellungsverfahren.
- Vorlage versenden, mit einer klaren Rückmeldefrist und einem Verweis auf alle 8 Datenkategorien.
- Rückgemeldete Werte abgleichen mit dem Prüfbericht eines akkreditierten Prüfers, da unverifizierte Zahlen für die CBAM-Erklärung nicht zulässig sind.
- Werte übernehmen in die eigene Emissionsberechnung und anstelle der teureren Standardwerte in der jährlichen CBAM-Erklärung verwenden.
Was tun, wenn der Zulieferer die Vorlage nicht ausfüllen kann?
Kann oder will ein Zulieferer die CBAM Communication Template nicht ausfüllen, greift für den betroffenen Import automatisch der amtliche Standardwert der Kommission. Dieser Standardwert liegt in aller Regel über den tatsächlichen Emissionen der Anlage, weil er konservativ kalkuliert und zusätzlich mit einem Aufschlag versehen wird. Wie diese Standardwerte ermittelt werden und für welche Produkte sie veröffentlicht sind, erklärt der eigene Leitfaden zu den CBAM-Standardwerten.
Warum lohnt sich die CBAM Communication Template gegenüber Standardwerten?
Die CBAM Communication Template lohnt sich, weil der Aufschlag auf Standardwerte von 10 Prozent im Jahr 2026 auf 30 Prozent ab 2028 steigt und damit unabhängig von den tatsächlichen Emissionen der Anlage zusätzliche Zertifikatskosten erzeugt. Die folgende Tabelle zeigt den Aufschlag nach Jahr gemäß Durchführungsverordnung (EU) 2025/2621.
| Jahr | Aufschlag Stahl, Zement, Aluminium, Wasserstoff | Aufschlag Düngemittel |
|---|---|---|
| 2026 | +10 % | +1 % |
| 2027 | +20 % | +1 % |
| ab 2028 | +30 % | +1 % |
Ein Rechenbeispiel verdeutlicht die Wirkung: Liegt ein angenommener Standardwert bei 2,0 tCO2e pro Tonne, steigt er durch den Aufschlag ab 2027 auf 2,4 tCO2e pro Tonne. Bei einem CBAM-Zertifikatspreis von 75,28 EUR pro Tonne CO2e, dem amtlichen Preis für das zweite Quartal 2026, entspricht das einer zusätzlichen Belastung von rund 30 EUR pro Tonne Importware, allein durch den Aufschlag und unabhängig von den tatsächlichen Emissionen der Anlage. Wie sich dieser Aufschlag auf die Gesamtkosten eines Imports auswirkt, rechnen die Beispiele zu den CBAM-Zertifikaten im Detail vor.
Wo laden Sie die offizielle CBAM Communication Template herunter?
Die offizielle CBAM Communication Template steht kostenlos auf der CBAM-Seite der Europäischen Kommission zum Download bereit, zusammen mit mehrsprachigen Schulungsvideos für Zulieferer. Die Deutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt) im Umweltbundesamt verweist auf ihrer CBAM-Themenseite ebenfalls auf die Kommissionsvorlage und ergänzt eigene deutschsprachige Checklisten für Einführer.
Damit deutsche Importeure die zurückgesendete Vorlage schneller prüfen können, stellt CBAM Guide zusätzlich eine kostenlose CBAM-Berichtspflicht-Checkliste als Excel-Datei bereit. Die Checkliste ergänzt die offizielle Vorlage der Kommission um 4 Elemente:
- Eine deutschsprachige Übersicht aller 8 Datenkategorien mit Ausfüllhinweisen für Zulieferer
- Eine Fristenliste für Rückmeldung, Prüfung und Übernahme in die CBAM-Erklärung
- Eine Prüf-Checkliste zum Abgleich mit dem Bericht des akkreditierten Prüfers
- Ein Dokumentationsfeld je Zulieferer und Anlage für die interne Nachverfolgung
Der Download ist in wenigen Sekunden erledigt und erfordert keine Registrierung. Die CBAM-Berichtspflicht-Checkliste steht direkt zum Download bereit und lässt sich ohne zusätzliche Software im Team teilen.
Wer zusätzlich zur Checkliste auch Vertragsdetails und Ansprechpartner beim Zulieferer abfragen möchte, ergänzt die Anfrage um eine zweite Vorlage. Der Lieferantenfragebogen deckt genau diese Angaben ab und lässt sich gemeinsam mit der CBAM Communication Template versenden.
CBAM Communication Template und CBAM-Portal für Anlagenbetreiber: Was ist der Unterschied?
Die CBAM Communication Template ist das Dateiformat, das CBAM-Portal für Anlagenbetreiber (CBAM Operators Portal) ist die Plattform, auf der Zulieferer die ausgefüllten Daten hochladen und mehreren Importeuren gleichzeitig zuordnen können. Ein Anlagenbetreiber kann die Vorlage entweder direkt per E-Mail an einen einzelnen Importeur senden, oder die Werte einmalig in das Portal hochladen, wo sie über eine Kennung mehreren zugelassenen CBAM-Anmeldern gleichzeitig zur Verfügung stehen. Vom CBAM-Register, in dem CBAM-Anmelder ihre CBAM-Zertifikate verwalten, ist das Portal strikt getrennt: Zulieferer erhalten dort keinen Zugriff.
Häufige Fragen zur CBAM Communication Template
Ist die CBAM Communication Template kostenpflichtig?
Nein, die CBAM Communication Template ist kostenlos. Die Europäische Kommission stellt sie ohne Gebühr über das CBAM-Portal für Anlagenbetreiber bereit, ebenso wie die begleitenden Schulungsvideos.
Müssen Zulieferer die CBAM Communication Template ausfüllen?
Nein, das Ausfüllen ist für Zulieferer außerhalb der EU freiwillig. Die rechtliche Pflicht zur Emissionsermittlung liegt beim zugelassenen CBAM-Anmelder in der EU; ein Zulieferer, der die Vorlage nicht ausfüllt, zwingt seinen Abnehmer lediglich dazu, auf die teureren Standardwerte auszuweichen.
Ersetzt die CBAM Communication Template die Prüfung durch einen akkreditierten Prüfer?
Nein, die Vorlage ersetzt keine Prüfung. Nach Art. 8 der Verordnung (EU) 2023/956 müssen die eingetragenen Werte zusätzlich durch einen akkreditierten Prüfer bestätigt werden, bevor ein Importeur sie anstelle der Standardwerte in seiner CBAM-Erklärung verwenden darf.