CBAM-Kosten 2026: Zertifikatspreis 75,28 EUR und der Anstieg bis 2034

CBAM-Kosten 2026: Zertifikatspreis 75,28 EUR je Tonne CO2e, Kosten je Sektor und Anstieg bis 2034.

CBAM kostet Importeure 2026 pro Tonne CO2e den amtlichen Zertifikatspreis von 75,28 EUR (zweites Quartal 2026, veröffentlicht am 06.07.2026), multipliziert mit dem CBAM-Faktor von 2,5 Prozent, sodass die tatsächliche Kostenbelastung im laufenden Jahr noch gering ausfällt. Wie verteilen sich diese Kosten auf die sechs betroffenen Sektoren, und warum steigen sie bis zum Jahr 2034 auf das Vierzigfache des heutigen Werts? Dieser Beitrag rechnet die CBAM-Kosten je Sektor durch, erklärt die vierstufige Berechnungsmethode für den eigenen Import, zeigt die Kostenentwicklung von 2026 bis 2034 anhand des steigenden CBAM-Faktors und klärt abschließend, warum CBAM trotz spürbarer Kostenwirkung weder eine Steuer noch ein Zoll ist.

Was kostet CBAM pro Tonne CO2e?

CBAM kostet Importeure 2026 exakt den amtlichen Zertifikatspreis multipliziert mit dem CBAM-Faktor: Bei 75,28 EUR je Tonne CO2e (Referenzpreis zweites Quartal 2026) und einem CBAM-Faktor von 2,5 Prozent ergibt sich eine Nettokostenbelastung von 1,88 EUR je Tonne CO2e grauer Emissionen. Der Bruttowert von 75,28 EUR ist dabei nicht die tatsächliche Zahlung, sondern die Rechengröße, aus der sich über den CBAM-Faktor erst der reale Kostenanteil ergibt, den ein Importeur 2026 tatsächlich über CBAM-Zertifikate abdecken muss.

Wo dieser Preis herkommt und ab wann er sich tatsächlich in Käufen niederschlägt, erklären die CBAM-Zertifikate im Detail: Der Preis folgt für 2026 dem quartalsweisen Durchschnitt der EU-EHS-Auktionspreise, ab 2027 einem wöchentlichen Durchschnitt, und Zertifikate lassen sich frühestens ab dem 01.02.2027 tatsächlich kaufen.

Wie hoch sind die CBAM-Kosten je Sektor?

Die CBAM-Kosten unterscheiden sich je Sektor in erster Linie durch den Emissionsfaktor, während CBAM-Faktor und Zertifikatspreis für alle sechs betroffenen Sektoren, Eisen und Stahl, Zement, Aluminium, Düngemittel, Strom und Wasserstoff, identisch sind. Die folgende Tabelle rechnet Bruttokosten und tatsächliche Nettokostenbelastung 2026 bei einem Zertifikatspreis von 75,28 EUR je Tonne CO2e durch.

Sektor / Produkt Emissionsfaktor (tCO2e/t) Bruttokosten @ 75,28 EUR Nettokosten 2026 (x 2,5 %)
Stahl (Hochofenroute, BF-BOF) rund 2,0 150,56 EUR/t 3,76 EUR/t
Stahl (Elektrolichtbogen, EAF-Schrott) rund 0,5 37,64 EUR/t 0,94 EUR/t
Zement (Portland) rund 0,83 62,48 EUR/t 1,56 EUR/t
Primäraluminium rund 1,5 112,92 EUR/t 2,82 EUR/t
Düngemittel (Harnstoff) rund 2,5 188,20 EUR/t 4,71 EUR/t
Grauer Wasserstoff (SMR) rund 9 bis 12 677,52 bis 903,36 EUR/t 16,94 bis 22,58 EUR/t
Strom länderspezifisch, kein fixer Faktor abhängig vom Erzeugungsmix abhängig vom Erzeugungsmix

Stahl zeigt die größte Kostenspanne aller Sektoren, weil die Produktionsroute den Emissionsfaktor um das Vierfache verändert: Stahlimporteure mit Hochofenroute zahlen 2026 netto 3,76 EUR je Tonne, während Importeure von Elektrolichtbogen-Schrottstahl nur 0,94 EUR je Tonne netto tragen. Bei Strom lässt sich kein einheitlicher Emissionsfaktor angeben, weil die grauen Emissionen direkt vom Erzeugungsmix des Ursprungslands abhängen, weshalb dieser Sektor tabellarisch nicht mit einem festen Wert vergleichbar ist.

Wie berechnet man die CBAM-Kosten für den eigenen Import?

Die CBAM-Kosten für den eigenen Import lassen sich in vier Schritten berechnen, die Menge, Emissionsfaktor, CBAM-Faktor und Zertifikatspreis nacheinander verknüpfen. Die vollständige CBAM-Berechnung mit einem durchgerechneten Beispiel für einen Stahlimporteur führt jeden dieser Schritte im Detail vor; die folgende Liste fasst die Reihenfolge für die reine Kostenermittlung zusammen.

  1. Emissionsfaktor ermitteln: sektortypischen oder werksspezifischen Wert in tCO2e je Tonne Ware feststellen, ersatzweise einen CBAM-Standardwert verwenden.
  2. Graue Emissionen berechnen: Importmenge in Tonnen mit dem Emissionsfaktor multiplizieren.
  3. CBAM-Faktor anwenden: Ergebnis mit dem für das jeweilige Jahr geltenden CBAM-Faktor multiplizieren (2026: 2,5 Prozent).
  4. Mit dem Zertifikatspreis multiplizieren: Ergebnis mit dem aktuellen amtlichen Zertifikatspreis multiplizieren (Q2 2026: 75,28 EUR je Tonne CO2e), um die Kostenzahl in Euro zu erhalten.

Wer diese vier Schritte für mehrere Warengruppen und Lieferwerke parallel durchführen muss, reduziert den manuellen Aufwand am ehesten mit dem CBAM-Rechner, der Menge, Emissionsfaktor, CBAM-Faktor und aktuellen Zertifikatspreis in einer einzigen Eingabemaske verknüpft und den Preis jedes Quartal automatisch aktualisiert.

Wie steigen die CBAM-Kosten von 2026 bis 2034?

Die CBAM-Kosten steigen von 2026 bis 2034 im direkten Verhältnis zum CBAM-Faktor, der von 2,5 Prozent im Jahr 2026 schrittweise auf 100 Prozent im Jahr 2034 wächst, während die kostenlose Zuteilung im EU-EHS im gleichen Zeitraum vollständig ausläuft. Bei einem angenommenen konstanten Zertifikatspreis von 75,28 EUR je Tonne CO2e verdeutlicht die folgende Tabelle den Kostenverlauf am Beispiel von Hochofenstahl (Bruttokosten 150,56 EUR je Tonne).

Jahr CBAM-Faktor Verbleibende Freistellung Nettokosten Hochofenstahl
2026 2,5 % 97,5 % 3,76 EUR/t
2027 5 % 95 % 7,53 EUR/t
2028 10 % 90 % 15,06 EUR/t
2029 22,5 % 77,5 % 33,88 EUR/t
2030 48,5 % 51,5 % 73,02 EUR/t
2034 100 % 0 % 150,56 EUR/t

Der steilste Sprung liegt zwischen 2029 und 2030, wenn sich der CBAM-Faktor von 22,5 auf 48,5 Prozent mehr als verdoppelt: Ein Importeur, der 2029 noch 33,88 EUR je Tonne netto zahlt, zahlt 2030 bei unverändertem Zertifikatspreis bereits 73,02 EUR je Tonne, fast das Doppelte. Den vollständigen Fristen- und Meilensteinkalender hinter diesem Anstieg, von der Verifizierer-Registrierung bis zur letzten Stufe der Freistellungsauflösung 2034, ordnet der CBAM-Zeitplan chronologisch ein.

Diese Tabelle hält den Zertifikatspreis bewusst konstant, um allein die Wirkung des CBAM-Faktors zu isolieren. In der Praxis wird der reale, an das EU-EHS gekoppelte Preis in späteren Jahren voraussichtlich zusätzlich steigen, wodurch die tatsächliche Kostenbelastung noch höher ausfallen dürfte als in der Tabelle dargestellt.

Ist CBAM eine Steuer oder ein Zoll?

CBAM ist weder eine Steuer noch ein Zoll, sondern ein zertifikatbasierter Mechanismus, der die grauen Emissionen importierter Waren an den Preis des EU-Emissionshandelssystems koppelt (Art. 21 der Verordnung (EU) 2023/956, geändert durch die Omnibus-Verordnung (EU) 2025/2083). Keine Finanz- oder Zollbehörde erhebt CBAM als Abgabe auf den Warenwert. Stattdessen kauft ein zugelassener CBAM-Anmelder eine Anzahl an Zertifikaten, die exakt der Menge grauer Emissionen entspricht, und gibt diese Zertifikate jährlich gegenüber der zuständigen Behörde ab.

Was CBAM als Mechanismus im Kern ausmacht und wie er sich von einem klassischen Einfuhrzoll unterscheidet, erklärt der Grundlagenbeitrag Was ist CBAM ausführlich.

Warum verwechseln viele CBAM mit einer CO2-Grenzsteuer?

Viele verwechseln CBAM mit einer CO2-Grenzsteuer, weil sich die Kostenwirkung für ein importierendes Unternehmen wie eine zusätzliche Abgabe auf den Warenwert anfühlt, obwohl rechtlich kein Steuertatbestand vorliegt. Begriffe wie "CO2-Grenzsteuer", "CO2-Zoll" oder "Klimazoll" kursieren in der öffentlichen Debatte und in Suchanfragen, tauchen aber in keinem Artikel der Verordnung (EU) 2023/956 auf. Der entscheidende Unterschied liegt im Verwendungszweck: Eine Steuer fließt allgemein in den Staatshaushalt, während ein CBAM-Zertifikat einen bezifferbaren Emissionswert abdeckt und bei Nichterfüllung eine Sanktion nach Artikel 26 auslöst, keine Steuernachzahlung.

Welche Zusatzkosten entstehen neben dem Zertifikatspreis?

Neben dem Zertifikatspreis entstehen für CBAM-pflichtige Importeure vier weitere Kostenkategorien, die in keiner reinen Zertifikatsrechnung auftauchen, aber die Gesamtkosten der Compliance spürbar erhöhen. Die folgende Liste nennt diese Kategorien, bevor die beiden wichtigsten, Prüfstellen und Software, im Detail folgen.

  • Sicherheitsleistung: Antragsteller ohne mindestens zwei vollständige Geschäftsjahre am EU-Standort müssen nach Art. 17 Abs. 5 der Verordnung eine Bankbürgschaft hinterlegen, deren Höhe die Behörde im Zulassungsverfahren festsetzt.
  • Prüfstellen- und Verifizierungskosten: Gebühren an den akkreditierten Prüfer für die Bestätigung grauer Emissionen aus dem Lieferwerk.
  • Software- und Beratungskosten: Lizenz- oder Projektkosten für Tools, die KN-Code-Abgleich, Lieferantenkommunikation und Berechnung automatisieren.
  • Interner Personalaufwand: Arbeitszeit für Datenerhebung, Lieferantenkommunikation und die jährliche CBAM-Erklärung.

Kosten für Prüfstellen und Verifizierung

Kosten für Prüfstellen und Verifizierung entstehen zusätzlich zum Zertifikatspreis, weil ein akkreditierter Prüfer die vom Lieferwerk gemeldeten grauen Emissionen bestätigen muss, bevor sie in der CBAM-Erklärung als tatsächliche Werte statt als Standardwerte gelten dürfen. Diese Gebühr zahlt der Importeur oder das Lieferwerk direkt an die CBAM-Prüfstellen, nicht an die zuständige Behörde. Ihre Höhe hängt von der Anzahl der Werke, der Komplexität der Produktionsroute und dem Umfang der Vor-Ort-Prüfung ab, die für die erste Verifizierungsperiode verpflichtend ist.

Kosten für CBAM-Software und Beratung

Kosten für CBAM-Software und Beratung fallen optional an, senken aber den manuellen Aufwand und das Fehlerrisiko bei mehreren Warengruppen und Lieferwerken deutlich. Ein Vergleich der CBAM-Software im Vergleich zeigt, welche Anbieter KN-Code-Abgleich, automatisierte Lieferantenabfragen und Kostenprognosen in einem Werkzeug bündeln. Die meisten Anbieter nennen keine öffentlichen Festpreise, sondern erstellen individuelle Angebote nach Importvolumen und Anzahl der Lieferwerke.

Häufige Fragen zu CBAM-Kosten

Wie hoch sind die CBAM-Kosten pro Tonne CO2e?

Die CBAM-Kosten pro Tonne CO2e entsprechen 2026 dem amtlichen Referenzpreis von 75,28 EUR (zweites Quartal), von dem netto nur der CBAM-Faktor von 2,5 Prozent tatsächlich zertifikatspflichtig ist, also 1,88 EUR je Tonne CO2e. Pro Tonne Ware hängt der tatsächliche Betrag zusätzlich vom sektorspezifischen Emissionsfaktor ab, wie die Sektortabelle oben zeigt.

Ist CBAM eine Steuer?

CBAM ist keine Steuer, sondern ein zertifikatbasierter Mechanismus nach Artikel 21 der Verordnung (EU) 2023/956, der die grauen Emissionen importierter Waren an den EU-EHS-Preis koppelt. Keine Finanzbehörde erhebt CBAM als Abgabe auf den Warenwert, und der Begriff "CO2-Grenzsteuer" ist eine umgangssprachliche, keine rechtlich zutreffende Bezeichnung.

Gibt es CBAM-Kosten unterhalb der 50-Tonnen-Schwelle?

Unterhalb der 50-Tonnen-Schwelle entstehen keine CBAM-Kosten, weil die De-minimis-Schwelle Importeure mit einer kumulierten Jahresmenge unter 50 Tonnen Eigenmasse vollständig von Zertifikatspflicht und Berechnung befreit, mit Ausnahme von Strom und Wasserstoff, für die die Schwelle nicht gilt.

Wie wirkt sich eine Sanktion auf die Gesamtkosten aus?

Eine Sanktion erhöht die Gesamtkosten zusätzlich zum Zertifikatspreis, weil CBAM-Sanktionen von 100 EUR je Tonne CO2e die Abgabepflicht nicht ersetzen, sondern zu ihr hinzukommen. Bei einer Abgabelücke zahlt ein Importeur die Sanktion und muss zusätzlich die fehlenden Zertifikate zum aktuellen Preis nachkaufen.

Steigt der CBAM-Zertifikatspreis weiter?

Der CBAM-Zertifikatspreis kann weiter steigen, weil er direkt an den EU-EHS-Preis gekoppelt ist: Marktanalysten erwarten für den EU-EHS-Preis bis zum Jahr 2030 eine Spanne von 100 bis 150 EUR je Tonne CO2e. Der Zertifikatspreis lag im ersten Quartal 2026 bei 75,36 EUR und im zweiten Quartal 2026 bei 75,28 EUR je Tonne CO2e, wird künftig aber unabhängig vom CBAM-Faktor allein durch die tatsächliche Marktentwicklung des EU-EHS bestimmt.

Datenquellen: Verordnung (EU) 2023/956 · Verordnung (EU) 2025/2083 (Omnibus) · DVO 2025/2621 · EU-ETS-Daten via EEX. Keine Rechtsberatung.